Spitzkohl mit Ofengemüse
- Alexandra Seidel
- 6. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Die besten Rezepte entstehen oft ganz ohne Planung – einfach aus dem, was gerade noch im Kühlschrank wartet. Genau so ist auch diese Bowl mit Spitzkohl und Ofengemüse entstanden. Ein halber Butternut-Kürbis war noch übrig, dazu ein paar Kartoffeln, Rosenkohl und weitere Gemüsesorten, die verarbeitet werden wollten. Also habe ich alles grob geschnitten, aufs Blech gegeben, kräftig gewürzt und gemeinsam im Ofen geröstet – inklusive vorgegarter roter Bete.
Während das Gemüse im Ofen goldbraun wurde, entstand ganz spontan ein frischer Krautsalat aus Spitzkohl. Abgerundet mit etwas Feta war das Ergebnis ein unkompliziertes, vegetarisches Mittagessen, das überraschend stimmig war.
Die süßlichen Aromen vom Butternut-Kürbis und der roten Bete verbinden sich perfekt mit den herberen Noten des Ofengemüses. Ein einfaches Resteküche-Rezept, das zeigt, wie lecker und zufriedenstellend ein spontanes Essen sein kann – ohne großen Plan, aber mit viel Geschmack.

Butternut-Kürbis
Vorteile:
Relativ kalorienarm, aber sättigend
Angenehm süßlicher Geschmack, vielseitig einsetzbar
Gesundheitliche Aspekte:
Reich an Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A (wichtig für Sehkraft und Haut)
Liefert Vitamin C und Kalium, was zur normalen Funktion von Immunsystem und Muskeln beiträgt
Enthält Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen können
Rosenkohl
Vorteile:
Sehr nährstoffdicht bei wenig Kalorien
Intensiver Eigengeschmack, der gut zu Ofengerichten passt
Gesundheitliche Aspekte:
Hoher Gehalt an Vitamin C und Vitamin K
Liefert sekundäre Pflanzenstoffe (Glucosinolate), die mit antioxidativen Eigenschaften in Verbindung gebracht werden
Ballaststoffe unterstützen eine gesunde Darmfunktion(Hinweis: Bei empfindlichem Magen kann Rosenkohl blähend wirken.)
Rote Bete
Vorteile:
Erdiger, leicht süßlicher Geschmack
Gut geeignet für Ofengerichte, da sie Röstaromen entwickelt
Gesundheitliche Aspekte:
Enthält Folat (Vitamin B9), wichtig für Zellteilung und Blutbildung
Reich an Nitraten, die im Körper die Durchblutung beeinflussen können
Liefert Antioxidantien (Betalaine), die zur Reduktion von oxidativem Stress beitragen können(Achtung: Kann Urin oder Stuhl rötlich färben – harmlos.)
Spitzkohl
Vorteile:
Leichter und bekömmlicher als viele andere Kohlsorten
Roh und gegart gut verträglich
Gesundheitliche Aspekte:
Liefert Vitamin C und Vitamin K
Enthält Ballaststoffe für die Verdauung
Weniger blähend als Weißkohl, daher oft besser geeignet für Rohkost
Feta-Käse
Vorteile:
Kräftiger Geschmack – kleine Mengen reichen aus
Gute Proteinquelle im vegetarischen Gericht
Gesundheitliche Aspekte:
Enthält Eiweiß für Muskelerhalt und Sättigung
Liefert Calcium für Knochen und Zähne
Enthält Vitamin B12, das bei vegetarischer Ernährung relevant sein kann
Einordnung: Feta ist relativ salz- und fettreich, daher eher als geschmackgebende Komponente gedacht – nicht als Hauptzutat.
Fazit
Diese Kombination liefert:
viele Ballaststoffe
wichtige Vitamine und Mineralstoffe
eine gute Balance aus süßlichen, herben und frischen Aromen
Ein ausgewogenes, vegetarisches Gericht, das sättigt, ohne schwer zu sein – besonders geeignet für eine alltagstaugliche, einfache Küche.

Tipps für Rosenkohl aus dem Ofen (auch gefroren)
Wenn der Rosenkohl gefroren ist:
Nicht auftauen lassen. Gefrorenen Rosenkohl direkt verarbeiten, sonst wird er matschig.
Falls sehr große Röschen dabei sind: halbieren, kleinere ganz lassen.
Vor dem Backen mit Öl, Salz und Gewürzen gut vermengen, damit er trotz Gefrierzustand Röstaromen bekommt.
Heißer Ofen (200–220 °C Ober-/Unterhitze) ist wichtig – so verdampft überschüssige Feuchtigkeit.
Rosenkohl nicht zu dicht schichten, sonst dünstet er statt zu rösten.
Nach ca. 20 Minuten einmal wenden.
Geschmackstipp: Rosenkohl profitiert von kräftiger Würzung (z. B. Paprika, Pfeffer, Knoblauch, etwas Zitronensaft nach dem Backen).
Tipps für rote Bete aus dem Ofen
Vorgegarte rote Bete (vakuumiert):
Vor dem Schneiden gut abtropfen lassen.
In größere Stücke oder Spalten schneiden, damit sie im Ofen nicht austrocknet.
Erst etwas später aufs Blech geben oder separat rösten, da sie schneller bräunt.
Sparsam salzen, da sie von Natur aus süßlich ist.
Rohe rote Bete:
Unbedingt schälen (Handschuhe empfohlen – färbt stark).
In gleichmäßige Stücke schneiden, damit alles gleichzeitig gar wird.
Mit ausreichend Öl mischen – rote Bete braucht Fett, um im Ofen weich zu werden.
Garzeit: meist 35–45 Minuten, je nach Größe.
Allgemeiner Ofengemüse-Tipp
Unterschiedliche Garzeiten berücksichtigen:→ Härteres Gemüse (Kartoffeln, Kürbis) zuerst aufs Blech→ Vorgegartes oder weiches Gemüse später ergänzen.
Für Röstaromen lieber weniger Gemüse, dafür mehr Platz auf dem Blech.
Am Ende ggf. Grillfunktion kurz zuschalten (2–3 Minuten).
Zutaten für den Spitzkohl-Salat
1 kleiner Spitzkohl (ca. 700–800 g)
Salz
Pfeffer
3 EL Apfelessig
2 EL Olivenöl
Zutaten für das Ofengemüse (4 Personen)
½ Butternut-Kürbis (ca. 600–700 g Fruchtfleisch)
1 Packung vorgegarte rote Bete (meist ca. 500 g Abtropfgewicht)
ca. 350–400 g Rosenkohl
4 mittelgroße Kartoffeln (ca. 600 )
Olivenöl
Salz
Pfeffer
Paprikapulver (edelsüß oder geräuchert, nach Geschmack)
Zum Servieren
1 Packung Feta (ca. 200 g)
Etwas frische Petersilie, fein gehackt

Zubereitung
Spitzkohl-Salat
Spitzkohl waschen.
Äußere Blätter und den Strunk entfernen.
Spitzkohl in sehr feine Streifen schneiden.
In eine große Schüssel geben.
Mit Salz, Pfeffer, Apfelessig und Olivenöl vermengen.
Kurz mit den Händen durchkneten.
10–15 Minuten ziehen lassen, damit der Kohl weich wird.
Ofengemüse
Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Butternut-Kürbis schälen und in mundgerechte Würfel schneiden.
Vorgegarte rote Bete in größere Würfel schneiden (nicht zu fein, damit sie nicht austrocknet).
Rosenkohl ggf. halbieren (bei großen Röschen).
Kartoffeln schälen und ebenfalls würfeln.
Alles Gemüse auf ein großes Backblech geben.
Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen.
Großzügig Olivenöl darübergeben.
Gut vermengen und gleichmäßig verteilen.
20–30 Minuten im Ofen backen, zwischendurch einmal wenden.
Anrichten
Petersilie waschen und fein hacken.
Feta-Käse grob zerbröseln.
In Bowls anrichten:
zuerst den Spitzkohl-Salat.
darauf das Ofengemüse.
zum Schluss Petersilie und Feta darüberstreuen.

Mögliche Alternativen
Gemüse variieren
Statt Butternut-Kürbis: Hokkaido, Süßkartoffel oder Pastinake.
Statt Rosenkohl: Blumenkohl, Brokkoli oder grüne Bohnen.
Statt Kartoffeln: Kichererbsen (vorgegart) oder kleine Drillinge.
Salat abwandeln
Spitzkohl durch Weißkohl oder Rotkohl ersetzen.
Apfelessig durch Balsamico bianco oder Zitronensaft austauschen.
Zusätzlich fein geriebener Apfel für mehr Frische.
Feta ersetzen
Für vegan: veganer Feta, Hummus oder ein Tahini-Dressing.
Für mehr Würze: Ziegenkäse oder Hirtenkäse(jeweils in moderaten Mengen).
Gewürze ergänzen
Kreuzkümmel, Chili oder geräuchertes Paprikapulver.
Frische Kräuter wie Thymian oder Rosmarin für das Ofengemüse.
Fazit
Diese Spitzkohl-Bowl mit Ofengemüse ist ein unkompliziertes, vegetarisches Gericht, das sich flexibel an vorhandene Zutaten anpassen lässt. Die Kombination aus knackigem Krautsalat und warmem, aromatischem Ofengemüse sorgt für Abwechslung in Textur und Geschmack, ohne aufwendig zu sein.
Das Rezept eignet sich besonders gut für die Resteküche, für den Alltag und für alle, die einfache, ausgewogene Gerichte mögen. Durch die verschiedenen Gemüse- und Käsealternativen lässt sich die Bowl jederzeit neu interpretieren – je nach Saison, Geschmack oder dem, was der Kühlschrank gerade hergibt.




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