Bienenstich Rolle
- Alexandra Seidel
- 12. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Diese Bienenstich-Biskuitrolle wollte ich schon lange einmal ausprobieren – vor allem wegen einer Technik, die ich kürzlich entdeckt habe. Dabei wird die klassische Bienenstichmasse nicht erst nachträglich aufgetragen, sondern direkt mitgebacken.
Die Masse wird zuerst auf dem Backblech verteilt, anschließend kommt der Biskuitteig darüber und alles wird gemeinsam gebacken. Nach dem Backen wird der Teig eingerollt, sodass sich die Bienenstichmasse wie eine Hülle um die gesamte Biskuitrolle legt.
Genau das hat mich neugierig gemacht. Der Großteil hat auch sehr gut funktioniert. Mein einziger Fehler war, dass ich beim Einrollen nicht lange genug gewartet habe, bis alles vollständig ausgekühlt war. Zwischendurch sah es daher kurz so aus, als würde die Rolle nicht ganz gelingen.
Statt abzubrechen, habe ich aber einfach weitergemacht. Und genau das hat sich gelohnt: Am Ende ist trotzdem eine richtig schöne und leckere Biskuitrolle entstanden, die zeigt, dass man auch dann weitermachen sollte, wenn es zwischendurch nicht perfekt aussieht.
Tipps für einen gelungenen Biskuitteig
Eier trennen ohne Eigelb im EiweißSchon kleinste Eigelbreste verhindern, dass das Eiweiß richtig Volumen bekommt.
Saubere, fettfreie Schüssel und Rührbesen verwendenFett- oder Wasserrückstände wirken sich negativ auf das Aufschlagen aus.
Eiweiß zuerst schaumig schlagenEiweiß mit einer Prise Salz erst locker aufschlagen, bevor der Zucker zugegeben wird.
Zucker langsam einrieseln lassenSo löst er sich vollständig auf und sorgt für eine stabile, feine Struktur.
Genügend lange aufschlagenDie Eiweiß-Zucker-Masse sollte mehrere Minuten geschlagen werden, bis sie hell, cremig und deutlich voluminös ist.
Eigelbe vollständig unterarbeitenNach Zugabe der Eigelbe erneut ausreichend lange schlagen, damit sich alles gut verbindet.
Mehl immer siebenGesiebtes Mehl lässt sich luftiger unterheben und verhindert Klümpchen.
Mehlmischung von Hand unterhebenNiemals mit der Maschine einrühren – sonst geht die Luft verloren.
Nicht zu lange rührenNur so lange unterheben, bis kein Mehl mehr sichtbar ist.
Teig sofort weiterverarbeitenBiskuitteig sollte nicht stehen, da er sonst an Volumen verliert.
Ofen unbedingt vorheizenDer Teig braucht sofort Hitze, damit die eingeschlagene Luft stabil bleibt.
Ofentür während des Backens nicht öffnenTemperaturverlust kann dazu führen, dass der Biskuit zusammenfällt.

Bienenstich Rolle
Zutaten für ca. 7 Stücke Bienenstich-Biskuitrolle
Biskuitteig (Standardteig):
6 Eiweiße
1 Prise Salz
120 g Zucker
1 TL Vanillezucker
6 Eigelbe
90 g Mehl
½ TL Backpulver
Bienenstichmasse:
200 g Mandelblättchen
100 g Butter
3 EL Zucker
50 g Honig
100 ml Sahne
Buttercreme:
250 g Butter
250 ml gezuckerte Kondensmilch
Verzierung:
100 ml Sahne
1 EL Zucker

Zubereitung
Vorbereitung:
Backblech mit Backpapier auslegen.
Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Bienenstichmasse:
Butter in einer Pfanne schmelzen.
Zucker und Honig zugeben und unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Sahne einrühren.
Mandelblättchen zugeben und alles unter Rühren karamellisieren lassen.
Sobald die Flüssigkeit fast vollständig verkocht ist, Pfanne vom Herd ziehen.
Masse gleichmäßig auf dem gesamten Backblech verteilen.
Kurz abkühlen lassen.
Biskuitteig:
Eiweiße mit einer Prise Salz schaumig schlagen.
Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen.
Masse ca. 5 Minuten cremig aufschlagen.
Eigelbe zugeben und weitere 5 Minuten aufschlagen.
Mehl und Backpulver mischen, über die Masse sieben.
Mehlmischung vorsichtig von Hand unterheben, nur so lange, bis sie eingearbeitet ist.
Teig gleichmäßig auf der Bienenstichmasse verteilen.
Backen & Einrollen:
Im Ofen 15–20 Minuten backen.
Währenddessen ein sauberes Geschirrtuch bereitlegen.
Blech aus dem Ofen nehmen und den Kuchen vorsichtig auf das Geschirrtuch stürzen(die Bienenstichseite liegt dabei unten auf dem Tuch).
Backpapier nicht abziehen!
Kuchen mithilfe des Geschirrtuchs einrollen.
Komplett auskühlen lassen (ideal mehrere Stunden oder über Nacht).
Buttercreme:
Butter und gezuckerte Kondensmilch müssen beide Zimmertemperatur haben.
Butter cremig aufschlagen, bis sie heller wird.
Kondensmilch einrühren, bis eine glatte Buttercreme entsteht.
Füllen & Fertigstellen:
Ausgekühlte Biskuitrolle vorsichtig aufrollen.
Geschirrtuch entfernen.
Buttercreme gleichmäßig aufstreichen.
Mithilfe des Backpapiers wieder fest einrollen.
Darauf achten, dass die Mandelkruste nicht bricht.
Dekoration (optional):
Sahne mit Zucker steif schlagen.
Nach Belieben Tuffs auf die Rolle spritzen.
Kühlen & Servieren:
Biskuitrolle vor dem Anschneiden ca. 2 Stunden kühl stellen, damit die Buttercreme fest wird.
Bis zum Verzehr gekühlt lagern.

Mögliche Alternativen für die Cremefüllung
Statt der klassischen Buttercreme kannst du die Biskuitrolle auch mit anderen Cremes füllen – je nach Geschmack und Anlass:
Sahnecreme: Klassisch mit Vanillezucker oder zusätzlich mit Sahnesteif für mehr Stabilität.
Mascarponecreme: Mascarpone mit Sahne und etwas Zucker aufgeschlagen – cremig, aber nicht zu schwer.
Quark-Sahne-Creme: Etwas frischer und leichter, besonders gut in Kombination mit Honig oder Vanille.
Pudding-Buttercreme: Vanillepudding mit Butter aufgeschlagen, weniger süß als reine Buttercreme.
Vanillepudding ohne Butter: Ideal, wenn die Rolle leichter sein soll oder gut gekühlt serviert wird.
Frischkäsecreme: Frischkäse mit Sahne und etwas Puderzucker – leicht säuerlich, sehr ausgewogen.
Karamellcreme: Zum Beispiel mit Dulce de Leche oder Karamellsoße für ein intensiveres Aroma.

Fazit
Diese Bienenstich-Biskuitrolle ist ein schönes Beispiel dafür, dass neue Techniken auch dann funktionieren können, wenn es zwischendurch nicht perfekt aussieht. Die mitgebackene Bienenstichmasse sorgt für ein besonderes Aroma und macht die Rolle optisch wie geschmacklich zu etwas Besonderem. Wichtig sind vor allem Geduld beim Abkühlen und ein sorgfältig hergestellter Biskuitteig. Wer sich darauf einlässt und nicht zu früh aufgibt, wird am Ende mit einer wirklich gelungenen und vielseitig wandelbaren Biskuitrolle belohnt.




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